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Der Graf von Engelweiler und die Waldfrau
Sagennummer: 13 in Sagen und Bilder aus Lothringens Vorzeit
Der Graf von Engelweiler und die Waldfrau. In den Zeiten der machtvollen Stauferkaiser herrschten im lothringer Lande einst Grafen von Engelweiler, deren Stammsit sich unweit der elsässer Grenze an der großen Heerstraße zwischen Frankreich und Deutschland in ritterlicher Pracht erhob. Diese Grafen waren sehr reich an Land und Leuten; aber schon frühe starben sie aus. Von dem letzten derselben, ― man weiß nicht mehr, welches sein Name gewesen, und wann er gelebt, erzählt eine alte Sage das folgende: Der Graf war glücklich verheiratet; eine holde, fromme und demütige Frau überwachte daheim sein Hauswesen; sie hatte ihm drei liebliche Töchter geboren. Ihrer edlen, frauenhaften Freundlichkeit gelang es oft selbst, jenen einzigen, aber sehr schweren Kummer zu ver scheuchen, welcher von Zeit zu Zeit ihres Gatten Sinn zu verdüstern pflegte, den nämlich, daß ihm kein männlicher Sproß als Erbe seines alten, ruhmreichen Geschlechtes geschenkt war. Aber freilich; nicht immer vermochte die Gräfin die Wolken des Unmuts aus des Grafen Sinn zu vertreiben; oft kam es über ihren Gatten wie ein finsterer Geist, und düstern Antlitzes suchte er dann wohl die Tiefe Es war einst um die Johanniszeit. feld und Auen, Wald und Wiese lagen geschmückt in goldenem Glanze d ,a um das große Siegesfest der Sonne, um die Mittsommernacht zu feiern. Auf den Höhen der Berge standen, aus neunerlei geweihtem Holze zubereitet und mit den bestimmten Kräutern geschmückt, die Scheiterhaufen, welche zu heiliger Stunde entzündet werden sollten, um dann von der Jugend umtanzt und übersprungen zu werden. Wie ein Opfer der Natur stieg der Duft der Felder zum Himmel auf, und aus den durchsichtigen Bächen, • aus den schimmernden Weihern der Thäler schienen die Geister der Tiefe dem Menschen freundlich entgegen zu lächeln, Erquickung und Genesung ihm bietend in der heilkräftigen Flut. Indessen, ― während alles von Freude erfüllt war und lustiger Sang die Burg des Grafen umtönte, war grade sein Geist in dieser sonnig verklärten Zeit umwölkter und ernster, denn je. Jetzt zog eine Schar von barfüßigen, braunlockigen Knaben, ein Johannislied singend, zur Burg hinauf; sie rollten Holzscheiben zu Thale, ― rein liche, runde Abbilder der glänzenden Sonne, und jubelten laut daz .u Die Stirn des Grafen aber legte sich in Falten, und der Glanz seines Auges erlosch, als er, auf die fröhliche Schar niederblickend, sich fragte: „Warum bin ich allein so arm ? Warum gehört mir keins von diesen fröhlichen Kindern? In Glück und Glanz könnte ich den Erben meines Namens aufziehen; die Eltern dieser Krausköpfe aber wissen oft nicht, wie sie dieselben satt machen sollen, und doch, stirbt mit mir aus, und über meiner Gruft im Kloster Stürzelbronn wird man dereinst meinen Helm und meinen Schild zerbrechen. das düstere Wort, welches der Welt sagt, daß ich als Letter meines Augenblicke nahte die Gräfin mit ihren drei Töchtern, lieblichen Mädchen im zarten Kindesalter, dem Schloßherrn. Die vier waren. im Rosengarten des Grafensies gewesen; mit weißen und roten Blüten waren die Scheitel der Grafentöchter geschmückt, und auch die schöne Frau von Engelweiler hatte es nicht verschmäht, mit einem Rosenkranze ihre kastanienfarbenen Locken zu zieren. Sie trug einen silbernen Becher in ihrer Rechten. Goldig erglänzte in dem selben der feurige Trank von den Höhen der Haardt, und lächelnd bot sie dem Gr[...]
Ortschaft: Engelweiler
Das Märchen vom Mann im Mond
Sagennummer: 909 in Sagenschatz des Luxemburger Landes
ß ein Mann im Mond steht, der irgend eine übelthat verrichtet hat und deshalb zum warnenden Beispiel dorthin versetzt worden ist, daran zweifelt kein Kind. Haben sie ihn ja schon oft genug am Abende hervorlugen sehen hinter seiner Dornwelle, den Büschel Rübenkraut in der Hand. Das Märchen vom Alaun im Mond wird auf verschiedene Weise erzählt. Vor gar vielen Jahren hatte sich ein Alaun, der nach Gott und der Welt nichts fragte, an einem Sonntagmorgen, während alles der Kirche znströmte, in den Wald begeben, hatte sich eine große Welle Holz gehauen und schickte sich an, dieselbe nach Hause zu tragen. Unterwegs aber begegnete ihm ein schöner Mann in Sonntagskleidern, der wol zur Kirche gehen wollte. Dieser blieb vor dem Holzträger stehen und sprach: „Wie unterstehst du dich, am Tage des Herrn zu arbeiten, an welchem Tage Gott ruhte, nachdem er alles erschaffen ? Weißt du nicht, daß geschrieben steht: Du sollst den Feiertag heiligen ?" Der dies sagte, war aber der liebe Gott selbst. Der Holzhauer antwortete barsch: „Sonntag aus Erden oder Montag im Himmel, was gebt das uns an ?" — „Wolan", sprach da der Herr des Sabbats, „so sollst du von nun an im Blonde stehen als warnendes Beispiel für alle, die den Sonntag entheiligen". Und von dieser Zeit an steht im Mond der Mann mit seiner Reisigwelle ans dem Rücken/ > Dieses Märchen wird auch noch folgendermaßen erzählt. Es lebte einst ein Mann, dem das Stehlen gleichsam zur zweiten Halur geworden war; und da seine Diebereien ihm stets gelangen, so wurde er endlich so verwegen, daß er bei seinem bösen Werke nicht das Licht scheute. So ging er einst m einer mondhellen Nacht wieder ans Diebereien aus. Er schlich in einen Garten und wollte Rüben stehlen. Wie er aber in das hohe Rübenkraut griff, hörte er plötzlich eine Stimme rufen: „Wie? du scheust dich nicht, mein beiliges Licht zu entweiben?" Und sogleich ward er bei den Haaren ersaßt und mit dem Büschel Rübenkraut in der Hand hinauf in den Mond gezogen, wo er nun immer noch ist und Zeit hat, seinen Schelmereien nachzudenken. Nachstehende Erzählung, in der sich vorstehende Mitteilungen verschmolzen vorsinden, ist am häufigsten im Bolksmunde. Einst brach bei Hellem Mondscheine ein Mann in eitlen Garten ein, um Rüben zu stehlen. Kaum batte er mit dem Ausreißen der Rüben begonnen, als eitle Stimme über ihm rief: „Dieb! Dieb! Rübendieb!" Zugleich fühlte er sich am Haare ersaßt und in die Höhe gehoben. In seiner Angst griff er schnell nach einer in der Nähe liegenden Dornwelle, um sich anzuklammern und der unsichtbaren Macht Widerstand zu leisten. Da ward er mitsamt der Dornwelle in den Mond hinallsgezogen. Dort sitzt er nun mit einem Büschel Rübenkraut in der Hand und lugt hinter der Dornwelle verdutzt hervor. Ost spotten die Kinder seiner mit dem Ruse: „Rübendieb! Rübendieb mit der Dornwelle auf dem Rücken!" Die Mütter erzählen diebischen Kindern das Märchen vom Mann im Mond, um sie von Diebereien abzuschrecken.*) P. Hummer, Lehrer. « Bgl. Bechstein, das Märchen vom Mann im Mond. *) Lb durch Lektüre bei uns einheimisch geworden?
Ortschaft:
Adalbero und Poppo
Sagennummer: 19 in Sagen und Geschichten des Moseltals
Um das Jahr 1000 lebte Siegfried, Graf von Ardennen, Herr von Luxemburg und Besizer vieler Orte an der Mosel. Seine Tochter Kunigunde wurde die in der Geschichte wohlbekannte fromme Gemahlin Kaiser Heinrich II. des Heiligen, ein Sohn Heinrich ward Herzog der Baiern, ein zweiter, Theodorich, Bischof von Mez, und ein dritter, Adalbero, 1008 Erzbischof von Trier. Doch des Kaisers Grimm entbrannte wider all seine Schwäger : Heinrich, der Baierherzog, wurde abgesezt, Theodorich in Meg belagert, jedoch vergeblich, und den Adalbero sezte er auch ab und gab ihm den kaiserlichen Geheimschreiber liche Heer vor Trier, die Umgebung ward arg verwüstet, aber unverrichteter Dinge mußte der Kaiser abziehen. Da wählte Heinrich den Poppo, den Bruder des mächtigen Markgrafen von Desterreich, zum Nachfolger des Adalbero, und dem gelang es durch Gewalt und List, sowie mit Hilfe des Kaisers, den erzbischöflichen Stuhl seinem Nebenbuhler zu entreißen. Adalbero entschloß sich zur Abdankung und lebte noch 18 Jahre lang unangefochten als Probst zu St. Paulin in Trier, noch vor seinem Ende verschenkte er viele Güter, Höfe und Dörfer, die er besessen, an die Kirche. Bezeichnend ist, wie Poppo dem jüngern Adalbero, dem Neffen des andern, die Burg zu Heiligkreuz bei Trier mann Poppos, am Thor der Burg und bittet um einen. Labetrunk. Beim Weggehen dankt Sikko auffallend warm und trägt dem Schenken auf, seinem Herrn zu sagen, der Trunk solle ihm hundertfältig vergolten werden und zwar baldigst. Und Sikko hält Wort: es dauert nicht lange, so kommt er mit dreißig öhmichen Fässern angefahren und sagt, das sei der Lohn für den Labetrunk. In jedem Faß aber stak ein wohlgerüsteter Krieger, und sechszig Krieger in Bauerntracht waren mitgekommen, die 30 Faß in den Keller zu schaffen. Wie nun alle im Burghof waren, da entfallen den Ohmfässern die Böden und jedem entstieg ein Gewappneter, auch die bäurischen Knechte haben plöglich ein Schwert. Adalbero fällt zuerst unter ihren Streichen, und die ganze Burg wird in Trümmer gelegt.
Ortschaft: Trier
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