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"Wie die Burg und die Stadt Hagenau erhaben und gemacht worden."
Sage Nr. 196 in Die Sagen des Elsasses. Zweiter Teil. Die Sagen des Unter-Elsass
"Wie die Burg und die Stadt Hagenau erhaben und gemacht worden." " Es kam ein Mal, daß ein Herr in den heiligen Forst auf die Jagd zog mit vielen Dienern, und diese führten mehrere Koppeln Hunde mit sich, große und kleine. Die Hunde kommen dinnen, Rehe und andere Thiere dieser Art ; sie erheben dabei ein lautes Gebell, und doch klang der Ton durch die Bäume hindurch so eigen, daß Herr und Diener sich darüber wunderten ; denn kein Wild ward innerhalb des Hages gefangen, womit ein Theil des Waldes war eingeschlossen worden. Da reiten die Jäger den Huuden nach, um zu sehen, wie das Alles so geschehen könne. Als sie an die Motter (Moder) kamen, die an dieser Stelle vorbeifließt, finden sie ihre Rüden am Wasser stehen; sie bellen, aber durch das Wasser können sie nicht durchkommen. Jenseits des Wassers zeigt sich ein großer Hag, und der Play, auf dem er sich befindet, bildet ein Eiland. Hier hatte sich das Gewild gelagert, und es war desselben eine große Menge vorhanden. „ Nun aber kamen dem Herrn ganz andere Gedanken ein als die, die Jagd fortzusehen. An diesem Orte, dachte er bei sich selbst, würde sich eine kaiserliche Beste und Burg nicht übel ausnehmen; denn um sie herum würde die Motter eben so lustig fließen, wie sie um den Hag fließt, den das Gewild zu seinem Schuße auserkoren hat. ད་Hienach wurde die Burg erbaut, so königlich und so zierlich, daß man ihres Gleichen im feinem Lande fand, mit Gewölben, Thürmen, Mauren und allerlei Bauwerk, aus großen Quadersteinen haus ; dort hielt er auch Haus und von da aus verlieh er seine Lehen. Und es war ein König an dem Rheine, der auf der Burg fäßhaft war, und errichtete einen Gerichtshof in der Burg, das hohe Gericht genannt, das die Stadt noch lange aufrecht erhielt, und dem der Landvogt als Oberhaupt zugegeben wurde : diesem Gerichte mußten Herren und Edelleute gehorsam sein. Dann wurde im Lauf der Zeit ein Städtlein um die Burg her erbaut, Hagenowe genannt, nach dem Hage, worin das Wild entrann, wie zuvor gesagt worden. "
Ortschaft: Hagenau
Das Wolfsweib vom Zolverknapp
Sage Nr. 1036 in Sagenschatz des Luxemburger Landes
Im elften Jahrhundert lebte im Schlosse auf Zolverknapp ein reicher Edelmann. Dieser schaute eines Abends zum Fenster hinaus und sah einen bekannten Jäger vorübergehen, den er bat, ihm etwas von der Jagd mitzubringen. Auf der Ebene wurde der Jäger von einem großen Wolf angefallen, dem er nach einem heftigen Kampfe mit seinem Weidmesser die Pfote abhieb. Diese wollte er dem Edelmann zeigen, aber er zog eine menschliche Hand mit einem Goldringe hervor, den der Edelmann als seiner Mau gehörig erkannte. Er suchte nach ihr und traf sie in der Küche, den Arm unter der Schürze bergend. Richtig war ihr die Hand abgehauen. Die Frau legte ein Geständnis ihrer Schuld ab und — entleibte sich. Zollbeamter I
Ortschaft:
Das goldene Kalb im Gâlesloch
Sage Nr. 448 in Sagenschatz des Luxemburger Landes
über Remerich, einem zwischen Zolver und Esch an der Alzet gelegenen Wäldchen, wo auch Schappmännchen seine Weidbahn hat, soll zwischen Beles und Esch, in einer Niederung in Gülesloch, welche teils Wiese, teils Ackerland ist, ein goldenes Kalb vergraben liegen. Tritt man auf die Stelle, wo der Kopf desselben ruht, so geht man irre, wenn man der Gegend auch noch so kundig ist. Mein Gewährsmann fügte bei, daß vor Jahren in Gülesloch römische Münzen gefunden worden sind (daher auch Heideloch genannt). Gülesloch liegt etwa eine Stunde von dem bekannten Titelberg entfernt, wo die Römer ein Standlager hatten. Auch sollen dort drei sonderbare Blumen stehen. Wer eine davon abpflückt, mit dem wird etwas Besonderes geschehen. Was? wußte mein Erzähler nicht anzugeben. Nach anderen soll in Remerich ein gespenstischer Fuchs umgehen. I. N. M
Ortschaft: Esch an der Alzet
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