Der Zwerg zu Junglinster
Sage Nr. 101 in Sagenschatz des Luxemburger Landes
Kategorie: III. Zwergsagen. Wilde Leute.
Sagengruppe: NoGroup
Hatte ein Zwerg sich in ein Liebesverhältnis mit einem Mäbchen aus bem Sorfe eingelaffen. Anf bie Saner konnte bieS bem Pastor nicht verborgen bleiben, nnb biefer machte beul Mäbchen ernstliche Vorstellungen über feine Verirrung. SaS erschrockene Mäbchen versprach, sofort «wn Umgang beS Zwerges zu nwiben; aber obgleich sie ihm ihren Entschluß »nitteilte, so wollte er bennoch nicht voll ihr ablaffen nnb wußte sie überall iiufzufinben. Sie erzählte bem Pastor von ber Znbringlichfeit beS Zwerges nnb bat ihn, ihr zu Helfen. Ser Pastor, ber Hier nicht Rat wußte, ließ einen Ickten Schäfer aus Beibweiler, ber im Rnfe stanb, allerlei geheime Mittel zu besitzen, zu sid) rufen, nm bnrd) seine Ällitwirknng ben Zwerg von bein ll.lläbd)en fern zu Halten. Nach langem Nachbenken nahm berfelbe eine Hanb- Ml Salz, baS er im Wasser anflöste, tauchte ein Stück Brob in baSfelbe, i'leitrente bas Brob stark mit Schwefel nnb ließ es ans bem Sfen trocknen, dieses Brob mußte baS Mädchen vor bem nächsten Besuche beS Zwerges essen und sich dann bei seinem Erscheinen auf den Leib drücken. Sie thates; und als da ein leiser Laut hörbar wurde, entfernte sich der Zwerg mit Abscheu und ward nie mehr gesehen. Eveque de la Basse Moulürie, 297Ortschaft: Junglinster