Der dreibeinige Hase zu Echternach.2
Sagennummer: 540 in Sagenschatz des Luxemburger Landes
Kategorie: VIII. Spukende Tiere.
Sagengruppe: 540. Der dreibeinige Hase zu Echternach
Voll Kassemannsdailk, seinem gewöhnlichen Aufenthalte, streift der dreibeinige Hase bis in Maateswies, in die Seitert, selbst bis nach Rosport, und kommt neckend dem Jäger in Schnßweite. Legt dieser zum Schüsse an, dann ist er plötzlich aller Schußweite entrückt. Oft auch läßt er grade den gefeiertsten Schützen bis'siebenmal auf sich schießen, der trotz des sicheren Schusses nie trifft und so zum Gespötte und Gelächter seiner Jagdgenoffen wird. Als der alte Mathias L., des Echternacher Klosters ehemaliger Schuhmachermeister, in der Abendsucht vom dreibeinigen Hasen erzählen hörte, versicherte er, daß, falls ihm solcher Spuk begegnete, er das Gespenst schon entlarven werde. An demselben Abende kam er von Ehrstraße und wollte durch Siebenecken, da sieh! gewahrte.er den dreibeinigen Hasen, so groß wie einen Hund, im Mondschein vor sich, der über die drei Meter hohen Mauern des Houtsgartens aus einem Garten in den anderen setzte und sich weithin in die Lüfte emporschnellte. Dabei vernahm man nicht das geringste Geräusch; sein Ansehen war grausenerregend. Dem Schuhmachermeister standen die Haare zu Berge; rasch kehrte er um und schlug den Weg nach dem Markte ein. So kam er zur Mockensee. Aber, o Schrecken! am Eingang derselben kauerte der gespenstische Hase, glotzte den Mann an und wich nicht, als derselbe nlit dem Schurzfell das Untier verscheuchen wollte. Der Meister nahm nun seinen Weg durch Birkes zu seiner Wohnung in der Sauerstraße, aber auch hier saß wieder das Ungetüm in der engen Sackgasse dicht an seinem Wohnhause. Dem Meister verging Hören und Sehen. Wie er in sein Haus und in sein Bett kam, konnte er tags darauf sich nicht erinnern. A. R., Echternacher Volkssagen, 19Ortschaft: Echternach