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Der Berichterstatter aus dem Jenseits

Sagennummer: 903 in Sagenschatz des Luxemburger Landes

Kategorie: XI. Legenden und Märchen.

Sagengruppe: NoGroup

Vor etwa hundert Jabren bewohnten zwei Brüder ein Häuschen im Aollingergruud nahe der Quelle, die man heute die Siebenbruunen nennt. Beide hatten sich gegenseitig das Versprechen gegeben, bis an ihren Tod bei einander zu bleiben; auch sollte derjenige, welcher zuerst sterben würde, nach seinem Tode aus der Emsigkeit zurückkommen und dem anderen sagen, wie es drüben aussehe. Nun geschah es, daß der ältere der beiden Brüder zuerst starb. Einen Monat ungefähr nach seinem Tode lag der Bruder halbwach im Bette und fühlte plötzlich eine kalte, knöcherne Hand ihm übers Gesicht sabren. Das geschah ein zweites und ein drittes Mal. Wie er die Augen ausschlug, stand sein verstorbener Bruder vor ihm. „Bist du's? Aun, wie sichts da drüben ausredete er ihn au.—„O", erwiderte der Gefragte, „mau rechnet genau und bezahlt richtig!" (Se röchene geuö au se bezüole richtcch!) Daraus verschwand der Hingeschiedene. Ter jüngere Bruder sing von der Stunde zu kränkeln an, und schon nach einem Monat war er dein Bruder in die Ewigkeit gefolgt. Mitteilung von I. S

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