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Die Glocke von Lindesheim

Sage Nr. 100 in Pfälzisches Sagenbuch

Kategorie: A. Vom alten und neuen Glauben. (Mythische Sagen.)

Sagengruppe: VI. Von Glocken und Schätzen.

Zwischen Obrigheim und Dirmstein lag ehe- mals das Dorf Lindesheim und die Gegend trägt heute noch diesen Namen. Wie der Ort ein- gegangen ist, weiß man nicht; das aber steht fest, daß seine Gemarkung im Jahre 1818 unter die Ge- meinden Obrigheim und Offstein geteilt wurde. Schon in früheren Jahren wühlte eines Tages auf den Feldern von Lindesheim ein Eber eine Glocke aus dem Boden. Um den Besitz derselben stritten sich die benachbarten Dörfer Obrigheim, Colgenstein, Dirmstein und Offstein. Schließlich machte einer den Vorschlag, man solle die Glocke auf einen Wagen laden und ein blindes Pferd daran spannen. Derjenige Ort, in den das Tier den Wagen mit seiner Last ziehe, solle der Eigentümer des Fundes sein. So geschah es auch. Wahrscheinlich war aber das Pferd von Colgenstein und lief deshalb auch dorthin. So bekam Colgenstein die Glocke. Bevor sie in dem Kirchturm aufgehängt wurde, ließ man folgende Worte einhauen: ,,Susann" wurd' ich genannt, Da mich der Eber fand Zwischen Erl und Weiden, Wo sich die Gewitter scheiden. Als im Jahre 1866 im Kirchturm zu Colgen- stein Veränderungen vorgenommen wurden, zer- sprang leider die Glocke und mußte umgegossen wer

Ortschaft: Colgenstein