Der St. Veits-Tanz
Sage Nr. 123 in Die Sagen des Elsasses. Zweiter Teil. Die Sagen des Unter-Elsass
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Der St. Veits-Tanz. heit, deren Entstehung dem Einflusse des Teufels zugeschrieben wurde, zeigte sich bei einzelnen Eremiten und in Klöstern schon früh. Den 15. Juni 1237 wurden zu Erfurt bei tausend Knaben und Mädchen plöglich von dieser seltsamen Tanzwuth ergriffen, daß fie vier Stunden weit von der Stadt unaufhaltsam forttanzten und am andern Tage von ihren Eltern auf Wagen zurückgebracht werden mußten. Specklin berichtet : In Straßburg überfiel diese Krankheit im Jahre 1518 besonders die Weiber. Sie nahm so sehr zu, daß mehrere Hunderte davon befallen wurden. Der Magistrat öffnete Gerüste und bestellte eigene Leute, die stets mit ihnen mußten um ihnen aufzuspielen. Es half aber alles nichts. Viele tanzten sich zu Tode. Da schickte man sie hinter Zabern zu St. Veit, zum hohlen Steine, auf Wagen. Dort gab man ihnen Kreuze und rothe Schuh und machte Meß über sie. Das half fast allen. Diese Sucht kam vielen Leuten an, denen man St. Veitstanz fluchte. Noch jest pilgern Personen, welche an der fallenden Sucht leiden, zu dieser Kapelle. Manche derselben stellen, nachdem sie zu St. Veit gebetet und ihm geopfert haben, ihre Stöcke an den Weg, nimmt, auch die Krankheit mit sich fortnehme. Hysterische und unfruchtbare Weiber opfern dem Heiligen eiserne Kröten.Ortschaft: Zabern