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Entweihe das Brod nicht!

Sage Nr. 131 in Die Sagen des Elsasses. Zweiter Teil. Die Sagen des Unter-Elsass

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Ein altes, gebrechliches Bettelmenschel" (so drückte sich die Berichterstatterin aus), welches zur Zeit von Dettweiler herüber nach Buchsweiler und den umliegenden Ortschaften kam, erzählte oftmals folgende Geschichte: In Dettweiler lebte ein reicher Bürger, welcher großen Ackerbau trieb und viel Vieh in den Ställen hatte. Er war aber hart und geizig, gönnte dem Gesinde den sauer verdienten Bissen flusse. Wenn sie halb verhungert an der Thüre standen und nur von den übrigen Brocken Brodes vom Tische begehrten, so wies er trog zu werfen. Nach seinem Tode nun war es im Hause nicht geheuer. Oft hörte man auf der Treppe und im Vorhause ein Grunzen und ein Hinterbliebenen am Tische saßen, vernahmen sie ein Schlürfen und Schmaßen am Saufübel" ; kam aber Jemand in die Küche, so war weder ein Schwein noch irgend ein anderes Thier zu sehen. Dieser unheimliche Spuk ängstigte die Familie so sehr, daß sie einen in der Umgegend berühmten Geisterbeschwörer kommen ließ. Derselbe beschwor den Geist, welcher bekannte, daß er der verstorbene Hausherr sei, und einen neuen Trog im Schweinestalle haben müsse, wenn er nicht mehr im Hause gehen solle. Dieser Trog wurde sogleich gemacht. Allein nun hatten die Schweine feine. Ruhe mehr im Stalle und tollten wild in demselben herum. Man ließ den Beschwörer abermals kommen, welcher den Geist nun an einen entlegenen Ort im Feld bannte, wo er noch bis zu zen ängstigt.

Ortschaft: Dettweiler